Julias Spitzenkiste
 
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Geschichte der Oya-Spitze

Hauptsächlich auf Zypern, den griechischen Inseln und der Türkei hergestellt. Die Knotenspitze des Mittelmeers ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt, unter anderem Armenische Nadelspitze, Igne Oya, Dandella, Bebilla, Phoenizische Spitze und Nazareth-Spitze

Die erste Spitze wurde durch das Verknoten oder Verweben der Kettfäden eines frisch gewobenen Tuchstücks erzeugt. So erhielt man Makramee-Muster oder Zöpfe. Wir wissen nicht sicher, wann man begann, Spitze an die Kante eines Tuches anzufügen statts sie aus den Kettfäden zu erzeugen. Das einzige, was wir sicher wissen ist, dass man für die Herstellung von Knoten-Spitzen relativ feine Nadeln benötigt, wobei eine moderne Stopfnadel fein genug ist.

Die Knotenspitze des Mittelmeers besteht aus einer Folge von kunstvoll arrangierten Knoten - verschlungene Achterknoten oder Halbschläge - die sich im Unterschied zu Häkelspitze nicht auflöst, wenn ein Einzelfaden reißt.

Es ist heute schwer zu sagen, wo diese Knotentechnik zum ersten Mal benutzt wurde. Nach Kaethe Kliot stammt die Technik aus Arabien und hat sich über Zypern, die Türkei und Armenien in die übrigen Mittelmeerländer verbreitet.

Es ist möglich, dass die Armenische Nadelspitze tatsächlich schon vor 3000 Jahren bestanden hat. In ihrem Buch "Armenian Needlelace and Embroidery" sagt Alice Odian Kasparian dass ihrer Ansicht nach Armenien die eigentliche Heimat der Nadelspitze sein muss. Sie führt hier vier archäologische Funde als Belege an.

Jeder dieser Funde ist ungefähr 3000 Jahre alt und zeigt Frauen in edler Kleidung mit Spitzenkanten an ihren Schleiertüchern. Diese Schleiertücher wurden genau so noch Jahrnunderte später zur Tracht getragen und für die spätere Zeit ist der Besatz der Kante mit Nadelspitze erwiesen. Es existieren auch Hinweise darauf, dass Eisen- oder Stahlnadeln in Armenien bereits 1000 v. Chr. benutzt wurden, dies würde natürlich bei der Herstellung feiner Knotenspitzen sehr helfen.

Armenische "Janyag" (Nadelspitze) war eine Handarbeit, die jedes Mädchen in ihrer Familie lernte. Zu den üblichen Motiven gehören Rosetten, Schleifenmotive und Blattförmige Muster. Der Entwurf von komplexen Mustern und ihre sehr gute technische Ausführung führten zu einem guten Ruf für eine Armenische Frau. Jede Frau in jeder Gesellschaftsklasse schuf Spitze für Kleidung, Bett- und Tischwäsche, Trachten und Kirchengegenstände. Durch Spitzen und andere Details in der Handarbeit, die für Trachten benutzt wurde, ließ sich zumeist die ethnische Zugehörigkeit einer Person ablesen.

Gemäß anderer Quellen lässt sich die Geschichte der Handarbeit die in Westeuropa häufig als "Türkische Spitze" oder schlicht "Oya" bezeichnet ist bis in das 8. Jahrhundert vor Christus zu den Phrygiern in Anatolien zurückverfolgen. Manche Quellen beschreiben den Weg der Handarbeit im 12. Jahrhundert nach Griechenland und von dort aus über Italien in den Rest Europas. Tatsächlich existiert im Piemont eine lange Tradition der Knotenspitze. Traditionellerweise waren Kopfputz und Kopftücher der Frauen mit verschiedenen Arten von Knotenspitze geschmückt, genau wie der zum Gebet oder zu Beerdigungen getragene Kopfschmuck. Diese Spitze wurde auch an Kleidung, um die Kanten von Handtüchern und Servietten gearbeitet und war als dekoratives Element an vielen anderen Orten des Haushaltes zu finden. In einer gewissen Region der Ägeis waren sogar die Kopfbedeckungen der Männer reich mit Spitze geschmückt.

In der Marmara-Region sowie in der Ägeis ist das Blüten-Oya ein Phänomen für sich. Frauen schmücken ihre Kopftücher mit Darstellungen von Blumen wobei die Art der Blume von ihrem Alter abhängt. Großmütter benutzen kleine Wildblumen welche die Vergänglichkeit symbolisieren. Junge Mädchen, Bräute und junge Frauen benutzen Rosen, Nelken, Jasmin, Hyazinthen, Veilchen, Sonnenblumen, Chrysanthemen und Fuchsien in ihren Spitzen. Und alle diese Blumen haben eine Bedeutung, von der ihre Form und Farbe sprechen.

Needle Oya or Armenian Knotted Lace

Mainly made in Cyprus, Turkey and Greek Islands knotted lace is know under a variety of other names including Dandella, Bebilla, Phoenician lace and Nazareth lace.

The first lace was made by knotting or weaving the warp ends of any woven cloth with the fingers which would result in macramé patterns or braids. We do not know for sure when people started adding lacework to the edges of fabric instead of creating the lacework from the warp threads. The only thing we can assume for certain is, that fine needle had to be invented.

Mediterranean knotted is lace a series of artfully arranged fishermen's knots, or half-hitches which don't unravel like crochet.

It is difficult to tell, where this knotting technique actually was used for the first time. According to Kaethe Kliot it was first used in Arabia, spread to Cyprus, Turkey, Armenia and other Mediterranean countries.

There are indications that Armenian needlelace could go back as far as 3000 years. In her book "Armenian Needlelace and Embroidery", Alice Odian Kasparian states that in her opinion, Armenia was the original home of needlelace. She cites four archaeological discoveries as support.

Each of these discoveries, going back some 3000 years, depict women in fine dress with lace on the edges of their head scarves in the same style as those head scarves were worn centuries later and at that time provenly adorned with needlelace. Evidence exists to indicate that Armenians used iron or steel needles as early as 1000 B.C. which would greatly help in manufacturing fine knotted laces.

Armenian "Janyag" (needlelace) was a handcraft that every girl learned from her family. Some of the more common motifs included rosettes, hollie points, bow type motifs and leaf patterns. The Armenian woman gained a high reputation in designing complex patterns and very fine workmanship. All women, of all classes, made lace for clothing, linens, costumes and church related items. The handwork used for folk dress of most cultures often-distinguished members from other ethnic groups.

Following other sources the history of the decorative edging known in Europe as ‘Turkish lace’ is thought to date back as far as the 8th century B.C. to the Phrygians of Anatolia. Some sources indicate that needlework spread from 12th century Anatolia to Greece and from there via Italy to Europe. Traditionally, the headdresses and scarves women wore on their heads, the printed cloths, and prayer and funeral head coverings were decorated with various kinds of knotted lace, which was also used on undergarments, to adorn outer garments, around the edges of towels and napkins and as a decorative element in many other places. In the Aegean region even men’s headdresses were decked with layers of lace.

In the Marmara and Aegean regions, for example, floral oya is a phenomenon in and of itself. A woman adorned her head with oya embodying flowers, nature’s loveliest gift to man, the species of the flowers differing depending on her age. Aged grannies used tiny wild flowers, which symbolize the return of dust to dust. Virgins, brides and young women employed roses, arbor roses, carnations, jasmine, hyacinths, violets, daffodils, chrysanthemums and fuchsia in their oya. And all of them carry messages which are conveyed through their shapes and colors.

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